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Eine ganz besondere Geschichtsstunde: Eine Zeitzeugin des nationalsozialistischen Terrors besucht uns

Frau Witaszek-Napierala steht mit ihrer Begleiterin vor einer Schülergruppe und erklärt die Bilder, die an mit einem Beamer an die Wand geworfen werden. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern


(© Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Förderzentrum Chemnitz)

Frau Witaszek-Napierala steht mit ihrer Begleiterin vor einer Schülergruppe und erklärt die Bilder, die an mit einem Beamer an die Wand geworfen werden. Zwei Frauen stehen vor einer Schülergruppe, die sich gerade gemeinsam Fragen für Frau Witaszek-Napierala überlegen. Eine Lehrerin bedankt sich bei Frau Witaszek-Napierala für den interessanten Vortrag und die Begleiterin fährt den Laptop herunter.

In einer besonderen Geschichtsstunde am 31.05.2018 besuchte uns (die Klasse 7 bis 10) Frau Alodia Witaszek-Napierala  aus Polen (geb. 1938 in Polen). Ihr Besuch wurde uns durch und mit freundlicher Unterstützung des Maximilian-Kolbe-Werkes Freiburg angeboten und organisiert. Das Maximilian-Kolbe-Werk Freiburg  hat sich die Hilfe für alle Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager und Ghettos in ganz Europa zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des Zeitzeugenprogrammes des Maximilian-Kolbe-Werkes weilte Frau Alodia Witaszek-Napierala nun für zwei Stunden unter uns Schülern, um uns verstehen zu lassen, was Nationalsozialismus bedeutet und welches Leid er über die Menschen in Europa gebracht hat. 
Ihr Anliegen war, uns junge Menschen aus ihrer eigenen Sicht als Zeitzeugin für diese leidvolle und schwere Zeit der Geschichte zu sensibilisieren und für uns ein kleines und einzelnes Fenster, weg von der sehr verallgemeinerten  Lehrbuchdarstellung, zu öffnen. 
Sie erzählte uns unter anderem über ihre Eltern, ihre Geschwister und vom Familienleben ihrer Kindheit mit ihren Eltern in Posen. Wir hörten von der Verhaftung von Vater und Mutter (verblieb im KZ bis 1945) und der Ermordung (1943) des Vaters als Angehöriger der Widerstandsbewegung. Auch erzählte sie uns über ihre Zeit (zusammen mit ihrer jüngeren Schwester) im Konzentrationslager »Jugendverwahrlager Litzmannstadt« und später im »Gaukinderheim« der NS in Kalisch. Das Ziel dieser NS-Heime war die totale »Verdeutschung« der polnischen Kinder, die nach Hitlers Meinung »rassentauglich« waren. Deshalb hieß Alodia nun auch Alice Wittke. Ihr für uns unglaublicher Weg führte sie von da weiter in das »Lebensborn«-Heim in Bad Polzin. Hier wurde nun für sie eine deutsche Ersatzfamilie gesucht und gefunden. Am 24.04.1944 holte sie ihre neue deutsche Mutti ab und sie lebte mit dieser Familie ab jetzt in Stendal (Meckl.). Ihre Muttersprache kannte sie nicht mehr. 
Allein nur diese ihrer Kinderjahre waren bereits schwer nachvollziehbar für uns, da wir doch alle sehr behütet und sorglos aufwachsen. Und keiner von uns mag und kann sich nur annähernd vorstellen, eine solche Kindheit zu haben. Aber wir finden trotz allem, dass man unbedingt über dieses Thema sprechen muss, damit diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät und die Welt wach für solche Unmenschlichkeit bleibt. Das liegt uns besonders am Herzen, auch wenn es emotional für alle nicht einfach war, diesen lebensnahen und persönlichen Geschichtsunterricht zu folgen.

Unser großer und Dank gebührt Frau Alodia Witaszek-Napierala und dem Maximilian-Kolbe-Werke.

die Schüler der Klasse 7

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© Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Förderzentrum Chemnitz